Wie Obwalden sich vor Hochwassern schützt

Zwanzig Jahre nach einer Flutkatastrophe, die immense Schäden verursacht hat, ist die Region nun dank eines Umleitungsstollens und eines renaturierten Flusses besser geschützt. Erläuterungen.

Heftige und lang andauernde Regenfälle haben im August 2005 den Kanton Obwalden stark getroffen.

Am Morgen des 23. August erreichte der Sarnersee einen Rekordhochstand.

Grosse Teile der historischen Innenstadt von Sarnen waren überflutet.

Das Hochwasser überflutet auch Teile des Flugplatzes.

Schadenssumme:

250
Millionen
Franken

Was war geschehen?

Im Verhältnis zur Grösse des Einzugsgebiets ist die Abflusskapazität der Sarneraa gering.

Bei heftigem und lang andauerndem Regen wird der Abfluss durch Sarnen deshalb zum Nadelöhr.

Was war geschehen?

1880 wurde die Grosse Melchaa in den Sarnersee umgeleitet um Sarnen vor Hochwasser zu schützen. Das Einzugsgebiet des Sarnersees hat sich damit um fast einen Drittel vergrössert.

Die Behörden wollten auf ein weiteres Jahrhundert-Hochwasser vorbereitet sein…

Was tun?

Es wurden mehrere Projekte umgesetzt:

1. Ein 6,5 Kilometer langer Entlastungsstollen

2. Renaturierung der Sarneraa

Gesamtkosten:

220
Millionen
Franken
2019 werden die Arbeiten in Angriff genommen

1. Entlastungsstollen

Das Einlaufbauwerk bildet den Eingang des Stollens und kann im Fall eines drohenden Hochwassers bis zu 100’000 Liter Seewasser pro Sekunde fassen

Die Sohle des Einlauftrichters liegt rund 11 Meter unter dem Wasserspiegel.

Der Stollen ist 6,5 Kilometer lang und hat einen Durchmesser von 6 Metern

Das Auslaufbauwerk schliesst direkt an die Wehranlage des Wichelsees an

Das Tosbecken vernichtet beim Austritt aus dem Stollen die Energie des abgeleiteten Wassers

“Ein Unwetter wie 2005 würde auch heute Schäden anrichten, aber aufgrund der getroffenen Massnahmen deutlich weniger”

Ramon Hegglin, Co-Abteilungschef Naturgefahren und Wasserbau im Kanton Obwalden

Gegenwart
Vorher

Nach dem Auslauf wird das Flussbett der Sarneraa ausgebaut – für die Revitalisierung und die Erhöhung der Abflusskapazität.

Nach
Vorher

So könnte die Sarneraa vor der Mündung in den Alpnachersee nach der ökologischen Aufwertung aussehen (Visualisierung).

Im östlichen Teil des Sarneraa-Deltas wurden mit Ausbruchmaterial aus dem Entlastungsstollen früher geschaffene Baggergruben aufgefüllt

Ziel: Schaffung von Flächen für die Moorentwicklung

“Eine solche Verwertung von Aushubmaterial ist ökologisch und ökonomisch interessant”

Ramon Hegglin

1. Entlastungsstollen

Das Einlaufbauwerk bildet den Eingang des Stollens und kann im Fall eines drohenden Hochwassers bis zu 100’000 Liter Seewasser pro Sekunde fassen

Die Sohle des Einlauftrichters liegt rund 11 m

Der Stollen ist 6,5 Kilometer lang und hat einen Durchmesser von 6 Metern

Das Auslaufbauwerk schliesst direkt an die Wehranlage des Wichelsees an

Das Tosbecken vernichtet beim Austritt aus dem Stollen die Energie des abgeleiteten Wassers.

“Ein Unwetter wie 2005 würde auch heute Schäden anrichten, aber aufgrund der getroffenen Massnahmen deutlich weniger”

Ramon Hegglin, Co-Abteilungschef Naturgefahren und Wasserbau im Kanton Obwalden

Gegenwart
Vorher

Nach dem Auslauf wird das Flussbett der Sarneraa ausgebaut – für die Revitalisierung und die Erhöhung der Abflusskapazität.

Nach
Vorher

So könnte die Sarneraa vor der Mündung in den Alpnachersee nach der ökologischen Aufwertung aussehen (Visualisierung)

Im östlichen Teil des Sarneraa-Deltas wurden mit Ausbruchmaterial aus dem Entlastungsstollen früher geschaffene Baggergruben aufgefüllt.

Ziel: Schaffung von Flächen für die Moorentwicklung

“Eine solche Verwertung von Aushubmaterial ist ökologisch und ökonomisch interessant”

Ramon Hegglin

Illustration

Dieses Projekt zeigt, wie Planung und Investitionen die Sicherheit einer ganzen Region verbessern können.